Redebeitrag in der Debatte über den Besuch des Hohen Vertreters, Josep Borrell, in Russland

Mit einem Quäntchen Intelligenz hätte er die Botschaft begreifen können, die ihm das bloße Kommen von Josep Borrell brachte. Mit einem Quäntchen Finesse hätte er verstehen können, dass wir natürlich die gerichtlichen Schikanen gegen Alexej Nawalny und die Verhaftung der Demonstranten, die ihn unterstützen, voll und ganz verurteilen und das auch laut und deutlich sagen, aber dass wir gleichzeitig in Kontakt mit Russland bleiben wollen, besonders zum Thema Iran.

Es gibt nichts Legitimeres und Verständlicheres als diese Position, aber was Herr Putin verstanden hat, war, dass er sich wie ein kleiner Spielplatzterrorist verhalten musste, um der Welt und Russland zu sagen, dass er uns nicht fürchtet.

Nun, Herr Putin, das war falsch.

Indem Sie sich so schlecht benommen haben, haben Sie nur Ihre Panik erkennen lassen, die Panik, die Sie jetzt blendet, weil die russische Opposition ihre Galionsfigur gefunden hat, weil Sie in allen Staaten, die aus Ihrem ehemaligen Imperium hervorgegangen sind, an Boden verlieren, weil Ihre Popularität schwindet, weil sich Ihre Kassen leeren und weil dieses Kopf-an-Kopf Rennen mit China, zu dem Ihre Blindheit Ihr Land verurteilt, niemanden in Russland, sei es den Reichen, den Sicherheitskräfte oder den städtischen Mittelschichten, gefällt. Sie verlieren den Boden unter den Füßen, Herr Putin, und auch wenn das Ende ihrer Herrschaft lang und schmerzhaft sein mag, so hat es sich doch aufgetan – Sie haben es mit Ihrer offensichtlichen Panik aufgetan.

Print Friendly, PDF & Email

English Français Magyar Polski